Fachkräftemangel in Berlin und was Unternehmen dagegen tun können

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Man könnte meinen in Berlin lässt sich aus dem vollen schöpfen. Es ist eine riesige Stadt mit mehreren Millionen Einwohnern. Es gibt jede Menge Hochschulen, viele Unternehmen und eine bunt aufgestellte Wirtschaft. Da sollte es doch kein Problem sein ausreichend Menschen zu finden, um all die Arbeit zu erledigen. Doch weit gefehlt. Trotz bester Voraussetzungen, gibt es am Arbeitsmarkt einen akuten Mangel an Fachkräften. Die Berliner Politik versucht natürlich gegenzusteuern, doch wirklich etwas tun können vor allem die Unternehmen selbst. Wir zeigen, was für Firmen möglich ist.

Welche Probleme gibt es am Berliner Arbeitsmarkt?

Nicht nur in Berlin, auch in allen anderen Regionen in Deutschland fehlen Arbeitskräfte. Der Fachkräftemangel ist also nicht in Berlin entstanden, weil dort etwas in der Politik komplett falsch gelaufen ist. Es ist zum Teil das Versagen früherer Bundesregierungen verantwortlich. Für das Fehlen von Fachkräften gibt es vor allem zwei Gründe:

Seit den 1970-er Jahren, liegt die Geburtenrate hierzulande bei unter 2,0 Kindern pro Frau. Das hat zur Folge, dass weniger Menschen geboren werden als sterben. Die Gesellschaft schrumpft. Über Jahrzehnte wurde das Thema von den Regierungen ignoriert. Es führte letztendlich dazu, dass heute viel mehr Menschen in Rente gehen als dass junge, arbeitsfähige Leute nachkommen. Gerade jetzt, wenn sich die Babyboomer-Jahrgänge zur Ruhe setzen, zeigt sich das Problem deutlich. Wo 10 Leute aufhören ihrer Arbeit nachzugehen, gibt es nur 6 oder 7, die diesen Job übernehmen könnten. Mittlerweile wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen: Elterngeld, Ausbau der Kinderbetreuung usw. Doch sie veränderten die Rate lediglich von 1,36 im Jahr 2009 auf 1,54 im Jahr 2019. Noch immer stirbt das Land langfristig aus. Da muss noch viel mehr kommen seitens der Politik.

Hinzu kommt eine andere Problematik. Die deutsche Wirtschaft war nach dem Krieg geprägt von Landwirtschaft und Produktion. Man musste sogar Gastarbeiter holen, um die Fabriken und Baustellen betreiben zu können. Doch im Laufe der letzten 3-4 Jahrzehnte wurden diese Sektoren ausgedünnt. Es wuchsen vor allem die Dienstleistungen oder Bereiche, wie Forschung, Technik, Entwicklung und die IT. Unterm Strich gibt es einen klaren Trend: Jobs für Geringqualifizierte werden massiv abgebaut und in Länder mit billigeren Löhnen verlagert. Auf der anderen Seite entstehen jede Menge Jobs, für die man nicht einfach so eine Fachkraft findet. Denn leider hat die Bevölkerung den Wandel in der Wirtschaft nicht ganz so aktiv vollzogen. Aus einer Fachkraft für Lagerlogistik lässt sich dann eben kein Software-Entwickler oder Ingenieur für Elektrotechnik ausbilden. Denn für eine Weiterbildung in diese Richtung erfordert es eine überdurchschnittliche Intelligenz und sie dauert zum Teil Jahre.

Dann gibt es noch einen dritten Trend. Immer mehr junge Leute wenden sich vom Handwerk ab und versuchen zu studieren. Kleine Handwerkerbetriebe finden für viele Jobs keine Auszubildenden mehr. Grund dafür ist, dass die jungen Leute der Überzeugung sind mit einer Ausbildung seien die Gehälter zu niedrig, die Arbeit zu hart und die Perspektive für einen Aufstieg nicht vorhanden.

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Was bedeutet der Fachkräftemangel für Unternehmen in Berlin?

Der Fachkräftemangel, der sich in den vergangenen Jahren in Berlin etabliert hat, ist ein Problem für alle Unternehmen. Zum einen deshalb, weil diese viel mehr Umsatz machen könnten als sie es jetzt tun. Ihnen entgehen Aufträge, weil sie sie nicht mehr bedienen können. Es fehlt einfach an qualifiziertem Personal. In der Folge erreicht das deutsche BIP nicht das Potenzial, das es erreichen könnte. So leidet im Grunde die gesamte Gesellschaft darunter. Der Standort Deutschland hat dadurch im globalen Wettbewerb enorme Nachteile.

Manche handwerkliche Betriebe haben eine so dünne Personaldecke, dass sie mit der Arbeit nicht mehr hinterherkommen. Wenn dann jemand auf die Schnelle einen Handwerker benötigt, dann gibt es eine riesige Wartezeit. Auf dem Land wiederum gehen die Ärzte aus, so dass in manchen Regionen die Gesundheitsversorgung auf der Kippe steht. So und so ähnlich ist die allgemeine Lage.

Im Kampf um die Fachkräfte überbieten sich manche Firmen gegenseitig bei den Gehältern. Nicht selten kommt es vor, dass ein Mitarbeiter wechselt und gleich die halbe Abteilung mitnimmt. Solche Aktivitäten können Firmen an den Rande des Ruins bringen.

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Was können Unternehmen in Berlin gegen den Fachkräftemangel tun?

Als Arbeitgeber in Berlin hat man ähnliche Probleme, wie in anderen Regionen des Landes. Doch einige sind lokal bedingt. Wir zeigen Maßnahmen für beide Kategorien.

Arbeitgebermarke und Personal Branding

Vor 20 Jahren hat man eine Stellenanzeige in der Zeitung und im Jobportal geschaltet. Sofort kamen genügend Bewerber, um daraus zu selektieren. Heute ist die Herausforderung größer. Denn die Macht der Arbeitnehmer ist größer geworden. Man konkurrier nun mit anderen Firmen um die Talente. Daher ist es wichtig geworden sich als Arbeitgebermarke zu etablieren. Die Generation Y und Z haben ihre Besonderheiten. Sie mögen schon das Geld, ihnen sind aber auch bestimmte Werte wichtig. Aus diesem Grund tun Arbeitgeber gut daran sich zu einer Marke zu machen. Das heißt, klar zu sagen:

  • Das sind wir!
  • So denken wir!
  • Das unterscheidet uns von anderen!

Doch das ist nicht alles. Auch das Personal Branding sollte aktiv angegangen werden. Dabei werden einzelne Menschen aus der Firma als eine Art Botschafter:innen aufgebaut. Es ist ein bisschen so, wie bei Apple und Steve Jobs, oder wie bei John Legere und T-Mobile in den USA. Beide Herren hatten sich ein ganz besonderes Image aufgebaut. Alle wollten für sie arbeiten, denn sie galten als „cool“.

Bieten Sie Vorzüge

Heute werben Firmen damit, dass man ein „junges Team“ hat und in einer familiären Atmosphäre arbeitet. Doch auf dem Arbeitsmarkt gibt es nicht nur junge Leute. Und das mit familiär und der Du-Kultur, das ist heute Standard. So reißt man keinen mehr vom Hocker. Machen Sie es anders. Geben Sie den Mitarbeitern das, was sie brauchen, um glücklich zu sein. Jemand möchte nur Geld? Dann loben Sie Prämien für gute Leistungen aus. Jemand möchte flexible Arbeitszeiten? Dann sorgen Sie dafür, dass die Angestellten flexibel arbeiten können.

Helfen Sie bei den Mieten

Berlin hat in den letzten Jahrzehnten einen massiven Boom erlebt. Früher standen Mietshäuser leer, heute ist der Markt total überlaufen. Gute Karten haben derzeit die Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Wohnungen zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung stellen.

Suchen Sie im Ausland

In der EU können Arbeitnehmer frei umherziehen, um dort zu arbeiten, wo sie möchten. Vielleicht lohnt es sich einen internationalen Personalvermittler einzuschalten. Diese haben ihre Filialen in allen möglichen Ländern der EU. Möglicherweise können sie ihnen geeignetes Personal aus einer entfernteren Region beschaffen.

Des Weiteren ist es in Deutschland auch möglich Angestellte aus Staaten zu rekrutieren, die nicht der EU angehören. Hierzu ist etwas mehr Aufwand nötig, aber es kann sich lohnen. Die Deutsche Bahn zum Beispiel hat in Vietnam ein Ausbildungszentrum gegründet. Sie dürfen von dort Bahnfahrer nach Deutschland holen, wenn sie ihnen einen Vertrag mit einem bestimmten Gehaltsniveau anbieten. Das heißt, es ist nicht für hochqualifizierte, technisch anspruchsvolle Jobs möglich Fachkräfte aus Drittländern anzuwerben, sondern auch für das Handwerk oder für die Pflege usw.

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