Stadtteil Berlin Steglitz – Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Highlights

Geografie, Ortsname, Ortslagen und Wohngebiete: Steglitz ist Tor zum Südwesten

Der knapp 7 km² große Ortsteil des südwestlichen Berliner Verwaltungsbezirks Steglitz-Zehlendorf zählt zurzeit an die 76.000 Einwohner und liegt in dessen Nordosten zwischen den benachbarten Ortsteilen Dahlem, Lankwitz und Lichterfelde sowie Südende. Der Orts-, Bezirks- bzw. Stadtteil Berlin Steglitz grenzt außerdem an die beiden Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg. Steglitz markiert einen Übergang zwischen dicht bebauter Innenstadt in der „City West“ und den weiter südlich/südwestlich gelegenen Vororten mit vielen Einfamilienhäusern, Grünflächen, Parkanlagen und Villen in Zehlendorf, Schlachtensee sowie Nikolassee und Wannsee. Steglitz selbst ist dank seiner teils vergleichsweise lockeren Bebauung ebenfalls ein begehrter und beliebter Wohnort. In Berlin, im Umland und auch überregional bekannt für historische Bausubstanz sind die Ortslage und ehemalige Villenkolonie Südende zwischen Munsterdamm, Steglitzer Damm und Maulbronner Ufer sowie das Bismarckviertel zwischen der Bergstraße, Körnerstraße, Feuerbachstraße und Thorwaldsenstraße. Generell recht grün und gut lebt man vor allem im westlichen Bereich des Ortsteils sowie den Seiten- und Parallelstraßen der Grunewald-, Lepsius- und Schildhornstraße, die vorwiegend reine Wohnbebauung sowie relativ wenig Durchgangsverkehr aufweisen. In diesen angenehm ruhigen Wohngebieten, die teilweise an den Botanischen Garten im Südwesten grenzen, spürt man mitunter noch immer etwas vom 1375 erstmals urkundlich erwähnten altmärkischen Dorf und Gut am Bäkequell in der gleichnamigen heutigen Straße an der B1 und BAB 103 ca. 500 Meter südlich entfernt von der Schlossstraße sowie dem Steglitzer Kreisel und Rathaus Steglitz. Der einst slawische Ortsname leitet sich übrigens von der Vogelart Stieglitz (Distelfink; Carduelis carduelis) ab, nach der auch das mittelalterliche Adelsgeschlecht von Stegelitz benannt war, die den Ort vermutlich im 13. oder 14. Jahrhundert gegründet haben.

Geschichte, Entwicklung und Ereignisse: vom kleinen Gutsdorf zum Berliner Bezirk

Über lange Zeit sowie Jahrhunderte nach seiner Gründung blieb Steglitz eines unter vielen winzigen Dörfern im nur wenig fruchtbaren, weil vorwiegend sandigen und/oder sumpfigen Umland der damals noch recht unbedeutenden und kleinen Provinzstadt Berlin. Durch den Dreißigjährigen Krieg verlor Steglitz sogar sämtliche Einwohner: Dokumente zeigen, dass sich erst nach dessen Ende und im Jahr 1652 wieder ein paar Bauern ansiedelten. 1784 erwarb ein gewisser Freiherr von Carmer das nach wie vor verschlafene Dorf, verkaufte es jedoch schon zwei Jahre später an den Geheimen Oberfinanzrat von Kameke. Dieser ließ sich auf dem damaligen Fichtenberg (heute Paul-Henkels-Platz an der Schmitt-Ott-Straße) eine für die Epoche typische künstliche Ruine nach gotischer Art errichten, die aber 1865 komplett abgebrochen wurde. Schon 1794 war Steglitz dank der günstigen geografischen Lage zwischen Berlin und der preußischen Residenz- und Garnisonsstadt Potsdam an das Poststraßennetz angebunden worden und profitierte von der auf der neuen Verbindung zu entrichtenden Maut. Von 1801 bis 1838 war das Gutsdorf Wohnsitz des Großkanzlers von Beyme-Stegelitz, seine Tochter verkaufte den Besitz 1841 an den Staat Preußen. Bereits seit 1839 bestand Anschluss an die Berlin-Potsdamer Eisenbahn, wodurch Steglitz bei den Berlinern bekannter und oft zum gerne gewählten Wohnort vor den Stadttoren wurde. Die bessere Anbindung bewirkte auch die Ansiedlung erster Fabriken, Maulbeerplantagen und Seidenraupenzucht waren die wichtigsten Wirtschaftsbranchen. Das Gutshaus von 1804 wurde 1883 zum Restaurant/Hotel, das umgangssprachlich auch „Wrangelschlösschen“ genannte Herrenhaus im klassizistischen Stil an der Schlossstraße beherbergt heutzutage das Schlosspark Theater. In der Gründerzeit ab 1871 wuchs Steglitz stark an und wurde 1920 mit gut 80.000 Einwohnern in das neue Groß-Berlin eingemeindet.

Grünanlagen, Gärten, Gewässer und Parks: Steglitz ist grüner als andere Ortsteile

Bereits zur Jahrhundertwende 1900 besaß der spätere Stadtteil Berlin Steglitz sein grünes und architektonisch anspruchsvolles Gesicht, das ihn bis heute zu einem allseits beliebten Arbeits- und Wohnort sowie Ausflugsziel macht. Die ersten zweigeschossigen Häuser für Berliner Angestellte, Beamte, Handwerker und Gewerbetreibende entstanden ab Mitte der 1880er-Jahre an der Albrecht-, Birkbusch-, Belfort- (heute Klingsorstraße) und Teichstraße (Schützenstraße). Auffällig im Vergleich zu anderen Bezirken und deren Teilen war und ist der hohe Anteil an Gärten, Grünanlagen und Parks in Steglitz. Mit Bäumen, Blumenbeeten und viel Blattwerk versehen sind nicht nur die zahlreichen Vorgärten privater Eigenheime und Villen, sondern auch viele kleinere und versteckte Plätze. Hierzu zählen der Gustav-Mahler-Platz und Lauenburger Platz sowie der im Jahr 1914 eröffnete und zwischen 1929 und 1974 mehrfach erweiterte Stadtpark Steglitz. Eine idyllische und ruhige Oase mit viel Grün ist auch der seit 1875 bestehende sowie knapp 27 Hektar große Parkfriedhof an der Bergstraße, auf dem zahlreiche bekannte Berliner Prominente begraben sind und sich der von 1915 bis 1919 errichtete Wasserturm Steglitz als von Weitem sichtbares Wahrzeichen befindet. Dessen exakter Standort ist der weiter oben bereits kurz erwähnte und 68 Meter hohe Fichtenberg, der den Zweitnamen Rauhe Berge trägt, nach dem wiederum die direkt benachbarte Kleingartenkolonie am Munsterdamm benannt ist. Am höchsten Punkt des Ortsteils Steglitz entspringt auch der kleine Bach Bäke, der vor dem Bau des Teltowkanals zwischen 1900 und 1906 bis nach Potsdam-Babelsberg floss und dort in den Griebnitzsee und die Havel mündete. Das heute größtenteils unterirdisch durch Steglitz und das Bäketal geleitete Gewässer durchquert zwischen Gelieustraße und Klingsorstraße den Bäkepark neben dem Universitätsklinikum Benjamin Franklin, Heizkraftwerk Steglitz und Steglitzer Hafen mit Anlegestellen auch für Sportboote und Jachten am Teltowkanal.

Attraktionen, Bauten und Sehenswürdigkeiten: vom Steglitzer Kreisel zum Stadtbad

Ein Großteil der heutigen Bebauung im gesamten Stadtteil Berlin Steglitz stammt aus dem späten 19. sowie frühen 20. Jahrhundert. Viele der historischen Villen speziell in Südende und im Bismarckviertel wurden jedoch durch die alliierten Bombenangriffe in der Endphase des Zweiten Weltkriegs vollständig zerstört. Glücklicherweise erhalten geblieben sind aber die Lukaskirche von 1919 am Friedrichsruher Platz sowie die klassizistische Villa von 1873 in der Grabertstraße als Sitz der Musikschule Steglitz-Zehlendorf. Ein noch existierendes Zeugnis der Steglitzer Vergangenheit ist auch der von 1909 bis 1910 als Gartenlandschaft mit Teich angelegte, gut 1.000 m² große Lauenburger Platz an der Bismarckstraße samt Aussichtsplattform, Uferpromenade und Kinderspielplatz. Über 100 Jahre alt sind auch die Markuskirche von 1911 an der Karl-Stieler-Straße und Matthäuskirche von 1880 zwischen Schloss- und Rothenburgstraße. Gleiches gilt für das von 1896 bis 1897 mit leuchtend roten Backsteinen im neogotischen Stil erbaute Rathaus Steglitz an der Ecke von Schloss- und Grunewaldstraße, in dem seit 2005 das Einkaufszentrum „Das Schloss“ und die über 5.000 m² große Bezirkszentralbibliothek integriert sind. In unmittelbarer Nachbarschaft und beim besten Willen nicht zu übersehen liegt der von 1968 bis 1980 erbaute Komplex des Steglitzer Kreisels, dessen Haupthaus 120 Meter über dem umliegenden Hermann-Ehlers-Platz thront. Wegen Asbestbelastung wird das Bauensemble noch bis voraussichtlich 2025 komplett entkernt, saniert und umgebaut. Ebenfalls seiner zukünftigen Nutzung harrt noch das 1908 eröffnete Stadtbad Steglitz an der Bergstraße, das 2002 geschlossen wurde und für das aktuell verschiedene Betriebskonzepte vorliegen.

Events, Veranstaltungen und Highlights: Steglitzer Kunst- und Kulturinstitutionen

Ein populärer Treffpunkt von Kunstfreunden ist seit 1995 die Galerie Schwartzsche Villa im gleichnamigen Stadtpalais von 1898 in der Grunewaldstraße, in der Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen stattfinden sowie Ausstellungen mit Werken von zeitgenössischen Künstlern zu sehen sind. Detaillierten Einblick in alle Aspekte von Geschichte, Kunst und Kultur sowie Politik im Stadtteil Berlin Steglitz bietet natürlich das 1978 eröffnete Steglitz-Museum (Heimatmuseum Steglitz) in der Drakestraße im benachbarten Lichterfelde-West. In dem denkmalgeschützten Gründerzeithaus von 1903 erwartet die Besucher eine große Dauerausstellung mit zahlreichen Fotos, Texten und Exponaten zur Lokal-, Kommunal- und Militärgeschichte und Wohnkultur sowie ein Café und ein Souvenirshop. Ein Tempel für Kinofans und Filmfreunde mit viel Tradition ist der im Jahr 1928 eröffnete Titania-Palast mit mittlerweile sieben Sälen samt ca. 1.100 Plätzen in der Schlossstraße, der nach einer umfassenden Renovierung in den 1990er-Jahren wieder einer der größten Kinokomplexe in Berlin ist. Genau genommen nicht mehr im Stadtteil Berlin Steglitz, aber dennoch ganz in der Nähe liegt das Museum „Haus am Waldsee“ an der Argentinischen Allee im Ortsteil Zehlendorf samt häufig wechselnden Ausstellungen und einem Skulpturenpark im 10.000 m² großen Garten. „Gefühlt“ ebenfalls zu Steglitz gehört auch der über 43 Hektar große Botanische Garten Berlin in Lichterfelde, der außer mit ca. 22.000 verschiedenen Pflanzen alljährlich im Juli mit der sehr gut besuchten sowie inzwischen international berühmten „Botanischen Nacht“ samt spektakulären Lichtinstallationen und vielen Vorführungen lockt.

Einkaufsstraßen, Flaniermeilen und Plätze: Die Schlossstraße ist Shoppingparadies

Die mit Abstand und ohne jegliche Zweifel weit über die Grenzen von Steglitz und Berlins hinaus bekannteste Straße des Ortsteils ist die 1,7 Kilometer lange Schlossstraße, die mit ihren Boutiquen, Läden und Geschäften mehr als 200.000 m² Verkaufsfläche für Besucher parat hält. Die gegen Ende des 18. Jahrhunderts angelegte ehemalige Berlin-Potsdamer Chaussee und heutige Schlossstraße ist die Lebensader von Steglitz. An ihr liegen viele der oben genannten örtlichen Attraktionen wie die riesigen Einkaufszentren Boulevard Berlin, Forum Steglitz und Das Schloss, das Rathaus und Wrangelschlösschen sowie der Steglitzer Kreisel und der „Bierpinsel“. Der letztgenannte futuristische Turm in der Joachim-Tiburtius-Brücke am Franz-Amrehn-Platz beherbergte ab 1976 Gastronomie aller Art, diente wegen seines markanten Äußeren schon als Filmkulisse und soll zukünftig Büros und Coworking-Spaces bieten. Gemütliche Cafés, Bars und Restaurants finden sich in großer Anzahl und Auswahl auch in den Seitenstraßen der Schlossstraße, so in der Ahorn-, Albrecht-, Born-, Deitmer-, Feuerbach-, Grunewald-, Gutsmuths- und Hubertus-sowie der Kieler, Muthesius-, Schildhorn-, Wrangel- und Zimmermannstraße. Nur zum Teil zum Stadtteil Berlin Steglitz gehört der ab 1892 unter seinem alten Namen Rastatter Platz angelegte Breitenbachplatz zwischen Schorlemerallee, Südwestkorso sowie Dillenburger und Schildhornstraße, auf dem eine kleine Grünanlage Platz zum Verweilen bietet. Mit ca. 1,8 Hektar Fläche größer, ruhiger und weitläufiger ist hingegen der Harry-Bresslau-Park an der Lepsius- und Treitschkestraße, dessen Rasen im Sommer von den Anwohnern gerne für Ballspiele, Begegnungen und nachbarschaftliche Zusammenkünfte genutzt wird. Einen Abstecher für schöne Spaziergänge durch Steglitz lohnen auch der Althoffplatz an der Filandastraße und die Paul-Schwarz-Promenade am Teltowkanal.

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