Stadtteil Berlin Zehlendorf – Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Highlights

Der Stadtteil Berlin Zehlendorf ist vielfältig – zunächst einmal, was den Begriff betrifft: Jetzt ist Zehlendorf seit der Verwaltungsreform von 2001 ein Teil des Berliner Stadtbezirks Steglitz-Zehlendorf. Seit 1920 war Zehlendorf ein eigenständiger Bezirk. Er wurde bei der Erschaffung von Groß-Berlin durch den Zusammenschluss hauptsächlich der Landgemeinden Zehlendorf, Nikolassee und Wannsee sowie den Gutsbezirken Dahlem, Klein-Glienicke und Pfaueninsel gebildet und in die Großstadt eingemeindet. Die ehemals selbstständige Landgemeinde Zehlendorf wurde 1872 gegründet. Einige Jahre später kam das südlich von Zehlendorf gelegene, seit 1299 urkundlich erwähnte Dorf Schönow zur Landgemeinde hinzu. Beide Ortsteile bilden heute den eigentlichen Stadtteil Berlin Zehlendorf.

Einige Gebiete musste das ursprüngliche Zehlendorf 2020 abgeben, weil mit jenen Flächen und aus einigen Arealen des Ortsteils Nikolassee der neue Ortsteil Schlachtensee gebildet wurde. Das namengebende Zehlendorf erstreckt sich nun im Süden vom Teltowkanal und der Teltower Stadtgrenze nördlich bis Dahlem, im Westen bis an den neuen Ortsteil der Villenkolonie Schlachtensee, im Südwesten bis Nikolassee, und im Osten grenzt Zehlendorf an Lichterfelde.

Wenn Sie den Stadtteil Berlin Zehlendorf in seiner ganzen Länge von ca. 7,5 km erkunden wollen, folgen Sie im Wesentlichen dem Straßenzug von Clayallee und Teltower Damm. Dies kann weitgehend mit öffentlichen Bussen geschehen: mit der BVG-Linie X10 sowie außerdem zum Teil mit der Linie 115. Doch Sie werden hier den Stadtteil von seinem Zentrum her kennenlernen und anschließend den nördlichen Teil und dann den Süden.

Das Zentrum von Zehlendorf liegt im Bereich um die achteckige alte Dorfkirche, die 1768 von König Friedrich II. gestiftet wurde. Rechts davon steht die 1871 als Friedenseiche gepflanzte Zehlendorfer Stieleiche mit mächtig ausladender Krone. Dahinter befindet sich das Heimatmuseum von Zehlendorf, das in einem kleinen ehemaligen märkischen Schulhaus untergebracht ist.

An der Stelle dieses alten Ortskerns kreuzen sich wichtige verkehrsreiche Verbindungsstraßen. Die Clayallee führt nach Norden Richtung Kurfürstendamm. Gen Westen zieht sich die Potsdamer Straße und nach Nordosten verläuft die Berliner Straße. Beide gehören zur Bundesstraße 1, welche hier Berlin über Wannsee mit Potsdam verbindet. Südlich der Clayallee beginnt der Teltower Damm, der zur Stadt Teltow führt und etwa bis Mühlenstraße die Haupteinkaufsmeile vom Stadtteil Berlin Zehlendorf ist.

Hier findet sich alles, was das Shopping-Herz begehrt. Der Eiche quer gegenüber ist das Kaufhaus Woolworth zu besuchen. Es liegen viele kleine Einzelhandelsgeschäfte und Läden bekannter Ketten dicht an dicht auf der westlichen Seite des Teltower Damms. Aber die zentrale Zehlendorfer Einkaufswelt zieht sich noch weiter nach Norden ein Stück die Clayallee entlang. Auch dort gibt es Backwaren, Brillen, Bücher, Bürobedarf, Drogerieartikel, Hörgeräte, Lebensmittel aller Art, Mode, Schlüsseldienste, Wein und vieles mehr sowohl in kleinen Verkaufsstellen als auch in großen Supermärkten und Geschäften zu erwerben. Darüber hinaus laden verschiedenste Restaurants und Cafés zum Genießen und Verweilen ein.

Dort, wo einst an der Clayallee das 1966 erbaute Zehlendorfer Stadtbad seinen Ort hatte, steht nun seit 2008 die „Zehlendorfer Welle“, wo weiterhin geschwommen wird. Doch ist das jetzt in einem Fitness-Center mit Outdoor-Trainingsfläche möglich. Die „Zehlendorfer Welle“ ist darüber hinaus ein Einkaufszentrum mit einem wellenförmigen Gebäudeteil und einer zum Flanieren sich anbietenden Passage. Hier finden sich weitere Einkaufsmöglichkeiten aller Art, auch verschiedene Arztpraxen sowie die „Freie Schule Anne-Sophie“ und ein American Diner. Für Autofahrer stehen rund 360 Stellplätze zur Verfügung.

Wenn Sie von hier aus nach Norden weitergehen beziehungsweise mit Fahrrad, Bus oder Auto die Clayallee hinauffahren, finden sich erst einmal nur noch wenige Einkaufsmöglichkeiten. Zu nennen wäre noch ein traditionsreicher und mehrfach ausgezeichneter Gartenbaubetrieb, der alles bietet, was Blumen- und Gartenfreunde erfreut. Als sich die Gärtnerei verkleinerte, hat sich daneben die Filiale eines überall vertretenen Lebensmitteldiscounters angesiedelt. Bis zur Saargemünder Straße gibt es vor allem Wohnbebauungen mit grünem, vorstädtischem Flair.

Nicht weit vom 1929 gebauten U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim und der Kreuzung der Clayallee mit Argentinischer Allee und Saargemünder Straße ist auf dem Gelände der ehemaligen orthopädischen Klinik Oskar-Helene-Heim ein moderner Gesundheits- und Medizinstandort für unterschiedlichste Disziplinen errichtet worden. Dieser ist durch die U-Bahn der Linie 3 gut mit der Berliner Innenstadt verbunden.

In Richtung Stadtzentrum befindet sich jenseits der hiesigen Straßenkreuzung auf der rechten Seite das ehemalige US-Hauptquartier samt früherem Sitz des amerikanischen Militärgouverneurs. Die Clayallee wurde nach General Lucius D. Clay, des „Vaters“ der Berliner Luftbrücke von 1948/49, benannt. Heute betreibt hier die US-Botschaft ihre Berliner Konsularabteilung.

Zu Zeiten der Teilung von Berlin hatten auf der gegenüberliegenden Seite die in Berlin stationierten amerikanischen Soldaten und ihre Familien ein weiträumiges Shoppingcenter, das jetzt durch den Neubau eines zeitgemäßen Geschäftszentrums ersetzt wurde. Ein Stück weiter nördlich davon steht das ehemaligen Kino „Outpost“ der Amerikaner. Heute beherbergt das 1953 errichtete modern-markante Gebäude das „AlliiertenMuseum“, das im Außenbereich ein britisches Transportflugzeug der Berliner Luftbrücke zeigt. Zwischen dem Museum und Hüttenweg sind fünf wild springende Pferde zu bewundern, die über die Trümmer der Berliner Mauer hinweg stürmen: die Skulptur der Amerikanerin Veryl Goodnight, die der amerikanische Präsident nach dem Fall der Mauer der Stadt Berlin schenkte. Nahe des Hüttenwegs steht noch ein Denkmal, das an Friedrich Wilhelm Baron von Steuben erinnert. Bald beginnt der Grunewald, an dessen Rand und entlang des Hüttenwegs Wohnhäuser stehen, die einst zu einer Siedlung mit Kirche, Schule, Sporteinrichtungen für amerikanische Soldatenfamilien gehörten. Dieses ehemalige „Little America“ ist heute eine begehrte Wohngegend im Grünen.

Zurück am Teltower Damm steht gleich am Anfang des einstigen Dorfangers gegenüber der Zehlendorfer Eiche ein kleiner Nachkriegsmoderne-Bau, 1955 vom Zehlendorfer Architekten Kurt Kurfiss als Zeitungskiosk errichtet. Nach seiner Blütezeit und einer Phase des Leerstands wurde das denkmalgeschützte Gebäude zum „Kulturkiosk“, wo antiquarische Bücher angeboten wurden. 2018 eröffnete ein studierter Theaterwissenschaftler darin eine winzige Eisdiele, doch will er zusätzlich weiterhin Kultur in unterschiedlicher Weise an diesem Ort darbieten, der auch Platz für einen Aufenthalt im Freien unter Bäumen hat. Auf dem Dorfanger findet in der Regel ein Weihnachtsmarkt mit Eislaufbahn statt.

Wenn wir jetzt entlang des Teltower Damms jenseits der Straßenseite mit den vielen Geschäften flanieren wollen, so erkennen wir auf der rechten Seite gut den ursprünglichen Dorfanger anhand der Lage der dortigen Grünfläche und haben zwei Möglichkeiten. Wir können dicht am Straßenrand des verkehrsreichen Damms entlang gehen oder hinter der parkähnlichen Fläche den kleinen parallelen Seitenweg hinunter, welcher von der Kirchstraße zum Taxi-Stand führt, der neben dem jetzigen Eis-Kultur-Kiosk seinen Platz hat.

Zunächst passieren wir das Anfang der 1930er-Jahre als schlossähnliche Dreiflügelanlage erbaute Gemeindehaus der evangelischen Pauluskirche. Es besitzt einen großen Konzert- und Theatersaal. Die Gemeinde ist hier wie besonders auch in ihrem Gotteshaus, in dem zwei hervorragende Orgeln erklingen, kirchenmusikalisch in herausragender Weise aktiv. Der im Stil märkischer Backsteingotik 1905 fertiggestellte Kirchbau der Paulusgemeinde befindet sich in der Kirchstraße, die wir bald überqueren werden.

Bemerkenswert ist vorher noch die kleine, aber repräsentative Villa Scharfe. Dieses Haus mit seinen Anklängen an französische Mansarden, mit seinem barocken Giebel und einer Eingangsloggia im Stil italienischer Villen wurde 1892 von der Gutsbesitzerin Sidonie Scharfe errichtet und ist heute eines der ältesten Gebäude am westlichen Rand des Teltower Damms. Genutzt wird es jetzt als Standesamt, wo in sehr repräsentativem und fotogenem Rahmen geheiratet wird. Auf der Eingangstreppe und auf der Wiese der Dorfaue davor ist oft die Entstehung von Hochzeitsfotos zu beobachten. Die ehemalige Hausherrin Sidonie Scharfe, die nie heiratete, war wohltätig. Davon zeugt u. a. das Wohnstift in der Scharfestraße westlich der Clayallee, wo immer noch betreutes Wohnen für alte Menschen ermöglicht wird.

Überqueren wir die Kirchstraße, so stehen wir vor dem voluminösen, von 1926 bis 1929 errichteten Rathauskomplex, in dem heute vor allem das Bürgeramt für Zehlendorfer von Bedeutung ist. Viele denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshäuser sind auf der gegenüberliegenden Seite des Damms zu bewundern. Einige Schritte weiter sehen wir vor dem S-Bahnhof ein dörflich anmutendes Gebäude aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, den früheren „Fürstenhof“. In dem beliebten Gartenlokal werden heute Steak-Spezialitäten angeboten.

Dahinter liegt der älteste Bahnhof im heutigen Berlin, von dem aus die „Stammbahn“ seit September 1838 Zehlendorf mit Potsdam verband. Bald fuhren die Züge von Potsdam über Zehlendorf bis zum Potsdamer Bahnhof in Berlin. 1874 wurde die Wannseebahn abgezweigt. Heute wird der S-Bahnhof Zehlendorf von der Linie S1 angefahren.

Der Weg weiter nach Süden führt an der deutsch-amerikanischen John-F.-Kennedy-Schule vorbei. Südöstlich davon liegt der große, zum Teil waldartige Heinrich-Laehr-Park, benannt nach dem Psychiater, der 1853 in der Gegend eine Nervenheilanstalt gründete. Im weiteren Verlauf kommt man kurz vor der Stadtgrenze bald nach Schönow, wo im Dorfzentrum die Orgelbauwerkstatt Karl Schuke sich niederließ und weltweite Bekanntheit erlangte.

Wer sich für Architektur interessiert, findet im Stadtteil Berlin Zehlendorf überall sehenswerte denkmalgeschützte Gebäude und Bereiche, vom alten Bauernhaus über klassische Villen bis zum Bauhausstil und neuester Moderne. Historisch interessierte Besucher können das Leben wie vor 800 Jahren im Museumsdorf Düppel studieren. Gourmets finden Esskultur unterschiedlichster Art über den ganzen Stadtteil verteilt, die oft in schönen Außenbereichen genossen werden kann. Wer Ruhe sucht, findet hier viele beschauliche Straßen, Parkanlagen und Waldgebiete in diesem grünen Bezirk.

 

 

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